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Simson Kleinkrafträder und MZ Motorräder

Simson S51 Enduro MZ ETZ 250A Simson S83

Die Webseite für MZ und Simson aus Münster

MZ und Simson waren zwei Betriebe, die in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) und auch schon davor Motorräder und Kleinkrafträder produzierten.

Simson Kleinkrafträder

Die Unternehmung Simson existierte seit 1856 in Suhl und stellte Autos, Motorräder, Fahrräder und Waffen her. In der ehemaligen DDR produzierte der aus dem Unternehmen hervorgegangene sozialistische Betrieb unter dem Namen "VEB Fahrzeug- und Jagdwaffenwerk Ernst Thälmann Suhl" seit Anfang der 1960er Jahre die berühmten Simson Kleinkrafträder mit 50cm³-Zweitaktmotor. VEB war die Abkürzung für volkseigener Betrieb im Wortschatz der DDR. Leider konnte sich das umgewandelte neue Unternehmen nach der Wiedervereinigung nicht an die neuen wettbewerbsorientierten Marktbedingungen anpassen. Im Herbst 2002 kam die Fertigung zum Stillstand. Am 1.2.2003 wurde das insolvente Werk liquidiert. Die MZA (Meyer-Zweiradtechnik-Ahnatal) GmbH erwarb fast alle Waren- und Lagerbestände sowie Produktionsvorrichtungen inklusive Zeichnungs- und Urheberrechten.

Simson Kleinkrafträder durften in der DDR ab einem Alter von 14 Jahren mit entsprechendem Führerschein gefahren werden. Sie gelten in der Bundesrepublik Deutschland heute ebenfalls als Kleinkrafräder und können ab einem Alter von 16 Jahren mit dem Führerschein Klasse M gefahren werden. In der Bundesrepublik Deutschland dürfen Kleinkrafträder eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h nicht überschreiten. Simson Kleinkrafträder wurden aber in der DDR mit einer Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h hergestellt. Nach der Wiedervereinigung wurde eine Ausnahmegenehmigung für Simson Kleinkrafträder erlassen, d.h. wer ein Simson Kleinkraftrad besitzt, das vor 1989 im Straßenverkehr zugelassen wurde, darf mit Führerschein Klasse M legal 60 km/h mit seiner Simson fahren.

MZ Motorräder

MZ steht für Motorradwerk Zschopau. Die Firma hat 1922 mit der Motorradproduktion begonnen und stellte damals die berühmten DKW- Motorräder her. In der DDR produzierte sie die MZ Motorräder mit Zweitaktmotoren von 125cm³ bis 300cm³. Nach dem Konkurs des Unternehmens im Jahr 1991 erwarb die türkische Firma Kanuni Kombassan die Lizenzen zum Bau des Models ETZ. Die Firma produziert das Modell mit einigen Veränderungen noch heute.

Am 12. Dezember 2008 schloss die MZ-Fabrik in Zschopau, nachdem das Werk 88 Jahre in der Stadt Motorräder hergestellt hatte.

Im März 2009 kauften die ehemaligen Grand-Prix-Fahrer Ralf Waldmann und Martin Wimmer die Firma für etwas mehr als 4 Millionen Euro. Sie übernahmen die Einrichtungen, das Warenlager und alles, was unter die Marke MZ fiel. Mit einem neuem Wirtschaftskonzept sollte die Produktion am Standort Zschopau wieder aufgenommen werden.

Die endgültige Insolvenz wurde am 7. September 2012 beim Amtsgericht Chemnitz angemeldet.

Solide und sparsame Alltagsfahrzeuge für den Sozialismus

MZ und Simson wurden in der DDR als Fahrzeuge für den alltäglichen Gebrauch konstruiert. Die Ziele bei der Produktion waren stabile und ressourcensparende Fahrzeuge zu konstruieren, die für jeden leicht zu reparieren sind und lange halten - das ist gelungen. Wer eine MZ oder Simson besitzt und diese pflegt und wartet hat ein Fahrzeug, das immer wieder repariert werden kann.

MZ und Simson aus der ehemaligen DDR gelten heute als Oldtimer. Kurz nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde von westdeutschen Oldtimerfreunden noch angenommen, diese Fahrzeuge kämen aus der DDR und müssten deshalb wenig wert sein und manche erwarteten zudem noch Reparaturen für wenig Geld. Diese Annahmen waren falsch und unbegründet. Die Ersatzteile sind mitlerweile sehr teuer und schwer zu bekommen, nur wenige Leute können diese Fahrzeuge heute noch richtig reparieren. Was für andere Oldtimer wie BMW, Heinkel oder Vespa zutrifft, gilt heute auch für alte MZ-Motorräder und Simson-Kleinkrafträder. MZ und Simson sind qualitativ hochwertige Fahrzeuge, die - wenn sie richtig eingestellt und montiert sind - lange zuverlässig fahren und ewig halten können.

Nach der politischen Wende in der DDR waren MZ- und Simson-Fahrzeuge sehr preisgünstig zu bekommen. Viele junge Leute konnten so sehr günstig ein Motorrad oder Kleinkraftrad erwerben, das verhältnismäßig viel Leistung hatte. Die meisten dieser Fahrzeuge wurden jedoch nicht gewartet und falsch repariert, so dass sie nach und nach zum Stillstand kamen. Mit ein wenig Geduld und Anleitung sind die alten Zweiräder aber problemlos zu reparieren und dann wieder voll einsatzbereit.

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